Die Rückführungs- bzw. Reinkarnationstherapie

Der Rückführung in frühere Leben möchte ich einen eigenen Artikel widmen, da ich diese therapeutische Methode für sehr wirksam und in vielen ungeklärten Fällen für aufschlussreich halte. Meine Ausbildung in der Rückführungstherapie und aktive und passive Erfahrungen mit dieser Methode haben mir den Nutzen für Therapie und Bereicherung des Selbstkonzepts vor Augen geführt. Mein Verständnis für karmische Zusammenhänge vertiefte ich  darüber hinaus  durch eine intensive Auseinandersetzung mit den bekannten Reinkarnationstherapeuten und –theoretikern Thorwald Dethlefsen, Peter Michel, Ted Andrews, Elizabeth C. Prophet und Trutz Hardo.
Eine Rückführungssitzung versetzt den Klienten durch eine spezielle Induktionstechnik in den Zustand der Entspannung, der einen freien Zugang zu den Erlebnissen früherer Inkarnationen ermöglicht, die sich als innere Bilder, Filme, Gedanken oder Gefühle zeigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man bei diesen geistigen Inhalten von tatsächlichen Vorleben ausgeht oder sie nur als theoretische Gedankenspielerei betrachtet. Entscheidend ist die Tatsache, dass sich so Erklärungsmuster ergeben, die für die Heilarbeit wirksam werden können. Die therapeutische Arbeit deckt das Ereignis, die Prägung oder den Konflikt, der in der aktuellen Identität noch – scheinbar völlig irrational – nachwirkt, auf, in abgemilderter Form wird das Geschehen wieder durchlebt und so als Ursache erkannt, verarbeitet und letztendlich überwunden. Vor allem bei unerklärlichen Abneigungen, Ängsten, Komplexen, bestimmten Krankheiten und problematischen Beziehungen bietet die Reinkarnationstherapie einen klärenden und somit heilsamen Einblick in aktuelle Verstrickungen.
Meiner Meinung nach können mit dieser Methode insbesondere bestimmte Leiden erklärt werden, die durch die Sexualität hervorgerufen werden. „Abweichende“ Neigungen und Verhaltensweisen werden im medizinischen Sinne zumeist als abnormal, krankhaft oder als pervertiert pathologisiert. Meine therapeutische Arbeit ist nicht auf Moralisierung ausgerichtet, sondern darauf, Erklärungen für das eigene Erleben zu finden, das persönliche Empfinden zu akzeptieren, unerwünschte Anteile zu überwinden und bei gegebenem Leidensdruck und Wunsch des Klienten aus dieser Akzeptanz der Prägungen heraus ein alltagstaugliches Konzept der Lebensbewältigung zu entwerfen.
Da die Seele alle Erfahrungen abspeichert, also auch die
positiven, lagert im Unterbewusstsein ein Schatz an Kenntnissen und Fähigkeiten, der mit Hilfe einer Rückführung gehoben werden kann. Durch den Einblick in Situationen, in denen man ein bestimmtes Problem schon mal erfolgreich bewältigt oder eine bestimmte Fertigkeit gewinnbringend eingesetzt hat, erhält man eine Hilfestellung für die Lösung aktueller Schwierigkeiten. Darüber hinaus erweitert sich das eigene Handlungsspektrum und es ergibt sich eine Steigerung des Selbstbewusstseins und eine Bereicherung der Persönlichkeit.

    Eine Rückführungssitzung dauert i.d.R. zwischen 150 und 180 Minuten (incl. Vor- und Nachgespräch). Man sollte also Zeit mitbringen. Der Festpreis für eine Rückführungssitzung liegt bei 80 €, unabhängig von ihrer Dauer, da es sich bzgl. des zeitlichen Umfangs um ein nicht planbares Geschehen handelt.  
    Nach einer Rückführungssitzung sollte man sich nicht gleich wieder aktiv in den Verkehr stürzen, sondern lieber mit dem Bus fahren oder einen längeren regenerierenden Spaziergang machen, bevor man sich wieder ins Auto setzt!


    Da die Reinkarnationstherapie als therapeutische Methode noch wenig bekannt ist und verständlicherweise Vorbehalte bestehen könnten, möchte ich hier auf einige Fragen, die immer wieder gestellt werden, eingehen:

    Was soll eine solche Rückführung überhaupt bringen?

    Da manche Konflikte in Beziehungen, psychische und auch manche physische Leiden ihren Ursprung in anderen Inkarnationen haben, sind die Ursachen im gegenwärtigen Leben nicht auszumachen. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn sich bestimmte Beziehungsmuster (z.B. Warum gerate ich immer an (gewalttätige) Partner mit Suchtneigung?) immer wieder einstellen, wenn sich hartnäckig haltende finanzielle Nöte oder eine Krankheit, bei welcher der medizinische oder therapeutische Behandlungserfolg zu wünschen übrig lässt, bestehen. Fernöstliche Ansichten sprechen hier von „Karma“.

    Der Blick zurück ermöglicht das Erkennen der Auslösesituation, die in der Seele gespeichert wird und als Prägung oder Muster fortbesteht (Glaubenssätze, Denkmuster, Ängste, Gefühlslagen). In folgenden Leben inszeniert das Schicksal diese Verstrickungen erneut, um sich so daraus befreien zu können. Durch die Überwindung der erschütternden Erfahrung gelangt die Seele zu größerer Freiheit und Weisheit. Denn alle Lebenserfahrungen dienen letztendlich dazu, lieben zu lernen. Natürlich können auch positive Erfahrungen und erlangte Fähigkeiten nachwirken und sich in ungewöhnlichem Lebensglück, ausgeprägten Interessen oder besonderen Begabungen äußern.

    Hier einige Beispiele:

 

  • Ständige Geldsorgen können auf ein Armutsgelübte zurückgehen, das in früheren Leben als Geistlicher getätigt wurde.

  • Ungewollte Kinderlosigkeit kann auf die Erfahrung zurückgeführt werden, dass man bei der Geburt eines Kindes gestorben ist oder dass ein geliebtes Kind umgekommen ist. Die Seele will sich mit der Verweigerung vor der erneuten Erfahrung dieser Art schützen.

    Fettleibigkeit kann darauf verweisen, dass man in einem früheren Leben verhungert ist. Sie Seele verfällt nun ins Gegenteil, um sich so um jeden Preis vor dem erneuten Hungertod zu bewahren. Auch eine Missbrauchserfahrung kann dazu führen, dass man sich unattraktiv machen möchte. Dieser Zusammenhang kann sich auch ausschließlich aus dem  aktuellen Leben ergeben.

  • Bestimmte destruktive Beziehungsmuster wiederholen sich, da man im Vorleben bereits eine ähnliche (unerlöste) Beziehung geführt hat. Oft spielt hier noch die Reaktivierung oder aber die Umkehrung des Täter-Opfer-Verhältnisses eine große Rolle.

  • Depressive Gemütslagen können vielseitige Ursachen haben. Möglich ist, dass man bspw. als Höriger innerhalb eines mittelalterlichen absolutistischen Systems Verbrechen begehen musste, wobei man von den so entstandenen Schuldgefühlen noch nachhaltig geplagt wird.
    Oder man hat in bestimmten Kriegszeiten Gewalt erlebt oder geliebte Menschen verloren und kann deswegen nie mehr so richtig froh werden.
    Oder, oder, oder……


    Muss ich dazu an die Reinkarnation glauben?

    Nein. Meiner Meinung nach spielt es keine Rolle, ob man von der Wiedergeburtsidee überzeugt ist oder nicht. Entscheidend ist aber, dass man sich mit dem Gedanken anfreunden kann, dass einem die Seele Eindrücke zeigt, die, als stellvertretende Bilder oder symbolisches Geschehen verstanden, seelische Belastungen vor Augen führen. Durch die Bearbeitung des Geschauten (s.u.) findet eine heilsame Befreiung statt.

    Bei Menschen, die von der Reinkarnation überzeugt sind, wird die Erfahrung einer Rückführung den eigenen Horizont erweitern, indem das gegenwärtige Erleben durch eine aussagekräftige Dimension erhellt wird. Man sollte jedoch immer eine zielführende Absicht haben (Leidüberwindung oder Erschließung einer Kraftquelle) und eine Rückführung nicht einfach so zum Spaß machen.

    Im Allgemeinen sollte man sich auf das gegenwärtige Leben konzentrieren, da der Schlüssel zur Veränderung immer im Hier und Jetzt liegt. Eine Rückführung empfehle ich somit in nur wenigen Fällen.


    Woher soll man wissen, ob die Bilder nicht reine Erfindungen der eigenen Einbildungskraft sind und ob die Phantasie einem nicht einen Streich spielt? 

    Man hat bei dieser Methode niemals Gewissheit, da sich einzelne biographische Angaben und scheinbar historische Fakten schwerlich überprüfen lassen. Daher muss man die Möglichkeit gelten lassen, dass die Wahrnehmungen tatsächlich ausschließlich dem Vorstellungsvermögen entspringen. Doch da es sich um nicht bewusst hervorgerufene Eindrücke handelt, sondern um im Unterbewusstsein abgespeicherte Inhalte, muss man sich fragen, warum  der eigene Geist ausgerechnet diese Bilder produziert? Sie harren ihrer Verarbeitung und drängen im Entspannungszustand an die Oberfläche. Es spielt daher keine Rolle, ob man von einer tatsächlichen Rückschau ausgeht oder die Bilder als Verschlüsselung psychischen Erlebens deutet (Figuren und Geschehen im Märchen bspw. repräsentieren verschlüsselte Seelenbilder). Beide Verständnisweisen können therapeutisch genutzt werden. Man sollte sich lediglich mit dem Gedanken anfreunden, dass die Bilder über Aussagekraft verfügen und psychisch bedeutsam sind (s.o.).



    Wie läuft eine solche Sitzung ab?

    Wie bei einer Hypnosesitzung wird der Klient mittels Tranceeinleitung (ein von mir gesprochener Text, der die Verlagerung der Aufmerksamkeit auf die rechte Gehirnhälfte anstrebt) in einen tiefenentspannten Zustand versetzt, den man – wie Trutz Hardo dies in seinem Buch „Das große Handbuch der Reinkarnation“, S. 115ff, beschreibt) zwischen dem Wachzustand (Gehirnwellen im Betabereich, zwischen 40 und 16 Hertz) und dem Schlafzustand (Thetabereich, zwischen 7,5 und 3,5 Hertz) ansiedelt. Das Gehirn schwingt sich also im tiefen Beta- bis tiefen Alphabereich (13 bis 9 Hertz) ein, selten wird der obere Thetabereich (unter 9 Hertz) erreicht. Der Klient behält dabei zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle über das Geschehen, da er zwar mit einem Bein im Reich des Unterbewusstseins steht, mit dem anderen jedoch im Hier und Jetzt. Über die Identifikation mit dem Jetzt-Ich ist ihm seine aktuelle Situation voll bewusst („Ich liege hier in Xanten auf der Liege und erfahre bei Frau Kessler eine Rückführungssitzung“). Er kann mit mir kommunizieren und jederzeit den Willen äußern, die Sitzung zu beenden. Von einem Zustand der willenlosen Auslieferung kann also nicht gesprochen werden.

    Nach der Tranceeinleitung (ca. 30 min) befindet sich der Klient in einem derart entspannten Zustand, dass die rechte Gehirnhälfte (zuständig für künstlerisches Verständnis, Kreativität, Gefühle, Erinnerungen, bildhafte Eindrücke, Inspiration) aktiver werden kann. Im Alltagsgeschäft wird die rechte von der linken Gehirnhälfte dominiert, die für das lineare, logische Denken und das praktische, zielgerichtete Handeln zuständig ist. Der Emotionalkörper und das Seelenbewusstsein (Dinge, die man mal wusste oder konnte und wieder vergessen hat, auch Inhalte aus früheren Leben, Träume, höheres Bewusstsein) gehören zur rechten Hirnhälfte bzw. sind dort zu Hause. Der Weg in die Seelenlandschaft ist nun also geebnet und die ersten Bilder erscheinen vor dem geistigen Auge. Unter meiner Anleitung wird der Klient in Situationen geführt, die in einem Zusammenhang mit seinem heutigen Erleben stehen oder die in sonst einer Weise für die jetzige Inkarnation bedeutsam sind. Das Erkennen der ursächlichen Erfahrung (das erneute Durchleben der Situation ist nicht immer nötig) und die Akzeptanz derselben sind der erste Schritt zur Heilung. Der entscheidende Schritt ist dann die Überwindung, das Loslassen der Blockade. Häufig ist an dieser Stelle eine (Selbst-)Vergebung nötig, die für die innere Befreiung bzw. die Auflösung des Leidens sorgt. Während dieses "Reiseabschnittes" interagiert der Klient ständig mit mir und berichtet von seinen Eindrücken. So kann ich auf das Gesehene und die Äußerungen des Klienten gezielt eingehen. Dieser Teil kann rund eine bis auch drei Stunden dauern. Hier ist Flexibilität gefragt.

    Nach der Bearbeitung des Gesehenen wird eine Ausleitung (gesprochener Text, der die Rückverlagerung auf die linke Hirnhälfte und die Erhöhung der Hirnwellen herbeiführt) vorgenommen, die den Klienten behutsam aus seiner Seelenlandschaft zurück in die gegenwärtige Situation holt (ca. 15 min). Anschließend werden in einem Nachgespräch (bis zu 30 min) die Eindrücke verarbeitet, reflektiert und in das eigene Lebenskonzept integriert.


    Was ist, wenn man nichts sehen kann, oder wenn sich etwas sehr Schlimmes zeigt?

    Diese Bedenken werden häufig geäußert. Sie sind in den meisten Fällen jedoch unbegründet. Manche Menschen brauchen einige Zeit, bis die Bilder aus ihrem Unterbewusstsein eine erkennbare Gestalt annehmen. Ist ein Anfang gemacht, öffnet sich die Seele immer mehr und der Bilderfilm läuft dann – oft bruchstückhaft – von alleine ab. Rund zehn Prozent der Menschen sind jedoch nicht hypnotisierbar, sodass eine Rückführung auch nicht gelingen kann. Bei manchen Menschen ist eine zweite oder dritte Sitzung notwendig, um durch die sanfte Gewöhnung an den niedrig schwingenden Bewusstseinszustand die gewünschte Tiefenentspannung zu erreichen.

    Sollte sich eine sehr belastende Erfahrung reinszenieren und man ist empfindungsmäßig wieder in der Situation gefangen, besteht die Möglichkeit, willentlich aus der Identifikation rauszugehen und eine neutrale Beobachterposition einzunehmen, die für die nötige emotionale Distanz sorgt. Eine Bearbeitung ist in dieser Bewusstseinslage ebenfalls möglich. Oder man verlässt das Geschehen einfach. Es ist meine Aufgabe als Ihre „Reiseleiterin“, Sie in einer solchen Situation zu unterstützen und den Fokus entsprechend zu lenken.

    Natürlich gibt es noch andere Punkte, die angesprochen, oder Fragen, die gestellt werden könnten. Doch ich hoffe, dass es gelungen ist, Ihnen zumindest einen vorläufigen Eindruck zu vermitteln. Weitere Fragen beantworte ich Ihnen gerne persönlich.